Spielsucht in den Griff bekommen
Wer einmal total unten ist, wird nicht mehr so schnell nach oben finden. Der Teufelskreis bei einem Süchtigen ist wirklich nicht einfach zu bewältigen. Deswegen muss man die Kurve schon dann kriegen, bevor es bereits zu spät ist. Auch als Familienmitglied kann man helfen, wenn die Sucht sich noch in der Anfangsphase abspielt. Zwar kann man den Menschen nicht zu einer Therapie zwingen, aber man kann schon mal anfangen zu drohen. Scheidung ist immer ein gutes Codewort. Wenn es nicht besser wird, sollte man wirklich mal die Koffer packen und abhauen. Viele Menschen merken in dem Moment, dass sie eindeutig etwas falsch machen. Leider aber nicht alle. Deswegen funktioniert diese Strategie nicht immer. Ein Versuch ist diese auf jeden Fall wert.
Da es sich bei einer Spielsucht um eine psychische Erkrankung handelt, kann man auch einen Psychotherapeuten aufsuchen. Dieser kann mit Gesprächen dem Dilemma ein Ende setzen. Kommt aber auch hier wieder darauf an, in welchem Stadium die Sucht schon vorgedrungen ist. Hat der Betroffene schon viel Geld verloren, ist auch ein Weg zur Schuldnerberatung nicht verkehrt. Als Ehepartner sollte man sich rasch um die Konten kümmern und dem Partner den Zugriff verwehren.
Ein Schuldnerberater kann einem dazu ausführlich beraten. Wichtig ist, dass der Süchtige nicht noch mehr Schulden macht. Denn dann wird es noch gefährlicher. Vorwürfe sind der falsche Weg. Als Partner darf man niemals sagen, dass Spielen falsch war. Man kann dem Menschen ruhig sagen, dass Spielen nichts Schlechtes ist, aber in dem Fall maßlos übertrieben. Dann fühlt sich der Betroffene nicht so schlecht. Auch Beispiel wie, die Kinder brauchen etwas zu essen, können einem das Herz erweichen. Mit solchen Argumenten sollte man um sich werfen. Eventuell hilft es bei der Selbsterkenntnis. Die Sätze sollten nie mit „Du musst anfangen“ sondern „Du kannst machen, was du willst, aber…“
Psychologisch gesehen hat man mit solchen Aussagen mehr Chancen, weil man den Menschen zu nichts zwingt. Sturheit wächst bekanntlich mit der Sucht. In einem ganz schlimmen Stadium spricht man nur noch gegen eine Wand.
- Anonyme Spieler
Wer seinen Spieleteufel los werden möchte, kann sich den anonymen Spielern anschließen. Solche Selbsthilfegruppen gibt es in allen großen Städten dieser Welt. Die Erste wurde 1957 in den USA gegründet und hat seit her sehr viel Erfolg. Gemeinsam die Sucht zu besiegen ist viel einfacher, als wenn man alleine diesen Weg gehen muss. Oft sind es auch andere Probleme, die einem zum Spielen verleiten. In der Gruppe bespricht man all diese Dinge und es wird einem bald viel leichter fallen, mit dem Spielen aufzuhören.
Jede Sucht kann bewältigt werden, man muss es nur wollen. Selbsterkenntnis ist das Schwierigste an der Sache. Weil das Wort „Spielen“ das Gehirn überschwemmt. Doch nach und nach kommt der Alltag zurück und somit auch das „schlechte Gewissen“ gegenüber sich selbst. Ist man an diesem Punkt angelangt, hat man schon viel hinter sich gelassen. Jetzt können Freunde wieder mit einem Reden und auch die Therapie wird mehr Erfolge bringen.